Kirchen in Palermo
Palermo - Stadt der Kirchen
Palermo, die Hauptstadt Siziliens, ist eine faszinierende Stadt voller Geschichte, Kultur und Architektur. Besonders deutlich wird diese Vielfalt an den zahlreichen Kirchen, die nicht nur religiöse Stätten, sondern auch kunsthistorische Meisterwerke darstellen.
In Palermo gibt es je nach Zählweise zwischen 100 und 200 Kirchen, was der Stadt den Beinamen „Città delle Chiese“ (Stadt der Kirchen) eingebracht hat. Sie spiegeln den kulturellen Reichtum wider, den die Stadt über Jahrhunderte hinweg durch arabische, normannische, spanische und italienische Einflüsse erfahren hat.
Wenn Sie Palermo besuchen, sollten Sie daher genügend Zeit einplanen, um die schönsten Kirchen zu besichtigen. Sie sind nicht nur beeindruckende Bauwerke, sondern bieten auch einen religiösen und historischen Einblick in die Seele der Stadt.
Kathedrale von Palermo
Die Kathedrale von Palermo, offiziell Cattedrale di Maria Santissima Assunta, ist das sakrale Herzstück der Stadt.
Ihr Bau begann im Jahr 1185, und im Laufe der Jahrhunderte wurde sie mehrfach umgestaltet. Dadurch vereint sie heute verschiedene Architekturstile, von normannisch über gotisch bis barock.
Besonders sehenswert sind die normannischen Türme und das prächtige Hauptportal. Im Inneren befinden sich die Königsgräber von Friedrich II. und anderen Mitgliedern des normannischen Königshauses.
Ein Highlight ist die Möglichkeit, das Dach zu betreten. Von dort eröffnet sich ein einzigartiger Panoramablick über Palermo und das umliegende Gebirge.
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Cappella Palatina
Bei der Cappella Palatina handelt es sich um die Palastkapelle des Palazzo dei Normanni, einem der bekanntesten Bauwerke Palermos.
Sie wurde im 12. Jh. von Roger II. gegründet und ist ein Meisterwerk normannischer Architektur mit arabisch-byzantinischen Einflüssen. Besonders berühmt sind die goldenen Mosaiken, die biblische Szenen in leuchtenden Farben darstellen. Auch die kunstvoll verzierte Holzdecke im arabischen Stil ist einzigartig.
Die Cappella Palatina gilt als eine der schönsten Kapellen der Welt und ist ein Muss für jeden Besucher Palermos.
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Chiesa di San Giovanni degli Eremiti
Die Chiesa di San Giovanni degli Eremiti beeindruckt durch ihre roten Kuppeln, die sofort ins Auge fallen. Sie sind eines der Wahrzeichen Palermos und erinnern an die islamische Vergangenheit Siziliens.
Die Kirche wurde im 12. Jahrhundert erbaut und verbindet normannische Architektur mit arabischen Elementen. Sie ist schlicht, aber die umgebenden Gärten schaffen eine ruhige Atmosphäre. Besonders in den warmen Monaten bieten sie eine erholsame Oase mitten in der Stadt.
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Chiesa del Gesù (Casa Professa)
Die Chiesa del Gesù, auch als Casa Professa bekannt, ist ein barockes Juwel im Herzen der Altstadt und gilt als eine der schönsten Barockkirchen Italiens.
Sie wurde im 16. Jahrhundert von den Jesuiten errichtet und ist für ihre reich verzierte Innenausstattung mit Marmorintarsien, Fresken und Stuckarbeiten berühmt.
Jeder Winkel zeugt von barocker Pracht und Detailfreude. Besonders beeindruckend ist die Kuppel, die mit kunstvollen Fresken bemalt ist.
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Chiesa di San Cataldo
Die Chiesa di San Cataldo befindet sich an der Piazza Bellini und ist ein weiteres Beispiel für die normannisch-arabische Architektur Palermos. Errichtet im 12. Jahrhundert, fällt sie durch ihre roten Kuppeln und die schlichte Fassadengestaltung auf.
Im Inneren präsentiert sich ein eher karger Raum, der durch seine Klarheit und Einfachheit beeindruckt. Diese Schlichtheit hebt die architektonische Schönheit und den historischen Charakter besonders hervor. Seit 2015 gehört die Kirche zum UNESCO-Welterbe.
Chiesa Santa Maria dell’Ammiraglio (Admiralskirche)
Die Admiralskirche, auch Chiesa Santa Maria dell’Ammiraglio, oder Martorana bekannt, wurde im 12. Jahrhundert erbaut und steht direkt neben der Chiesa di San Cataldo an der Piazza Bellini.
Sie ist berühmt für ihre byzantinischen Mosaike, die zu den ältesten und schönsten in Sizilien gehören. Sie zeigen unter anderem die Krönung Rogers II. durch Christus – ein seltenes Motiv, das die besondere Stellung des Königs unterstreicht.
Neben den Mosaiken finden sich später hinzugefügte barocke Elemente, die den Reichtum der Kirche verdeutlichen und sie zu einem eindrucksvollen Beispiel für die kulturelle, religiöse und architektonische Verschmelzung Palermos machen.
Chiesa di Santa Caterina d’Alessandria
Auch die Kirche der heiligen Katharina von Alexandria (Chiesa di Santa Caterina d’Alessandria) liegt an der zentralen Piazza Bellini und beeindruckt mit ihrer barocken Architektur. Sie wurde im 16. Jahrhundert errichtet und war Teil eines Klosters, das heute teilweise besichtigt werden kann.
Im Inneren dominieren aufwendige Stuckarbeiten, Marmorintarsien und Fresken. Besonders sehenswert sind die Sakristei und die Dachterrasse. Ein weiterer Geheimtipp ist die Klosterbäckerei, in der Besucher traditionelle Süßspeisen nach alten Rezepten probieren können.
Chiesa di San Domenico
Die Chiesa di San Domenico, auch als „Pantheon von Palermo“ bekannt, ist die zweitgrößte Kirche der Stadt. Sie wurde im 17. Jahrhundert erbaut und ist ein wichtiges Beispiel barocker Architektur in Sizilien. Viele bedeutende Persönlichkeiten, darunter Künstler und Politiker, fanden hier ihre letzte Ruhestätte.
Besonders eindrucksvoll ist ihre imposante Fassade mit Statuen und Verzierungen. Im Inneren beeindrucken die hohen Gewölbe und die zahlreichen Kapellen. Die Kirche ist bis heute ein wichtiger religiöser Mittelpunkt Palermos.
Oratorio di San Lorenzo
Das Oratorio di San Lorenzo ist eine kleine, aber außergewöhnlich kunstvolle Kapelle. Es wurde im 16. Jahrhundert von der Laienbruderschaft San Lorenzo errichtet.
Berühmt ist das Oratorium für die Stuckarbeiten des Künstlers Giacomo Serpotta, die zu den schönsten in Palermo zählen. Sie zeigen biblische Szenen und heilige Figuren in einer Leichtigkeit und Eleganz, die einzigartig ist.
Ursprünglich beherbergte das Oratorium auch ein Gemälde von Caravaggio, das jedoch gestohlen wurde und bis heute verschollen ist.
Santa Maria dello Spasimo
Santa Maria dello Spasimo ist eine Kirche ohne Dach – und genau das macht sie so besonders. Erbaut im 16. Jahrhundert, wurde der Bau nie vollständig abgeschlossen.
Heute beeindruckt Santa Maria dello Spasimo durch offene Mauern und eine ganz besondere Atmosphäre, die durch Licht und Schatten entsteht. Deshalb wird die Kirche heute oft als Veranstaltungsort für Konzerte und andere kulturelle Events genutzt.
Sehenswerte Kirchen in der Nähe: Santuario di Santa Rosalia und Kathedrale von Monreale
Wenn Sie nach dem Besuch der Kirchen in Palermos Altstadt noch Zeit haben, sollten sie einen Ausflug zum Santuario di Santa Rosalia auf dem Monte Pellegrino machen.
Santa Rosalia ist die Schutzpatronin Palermos, und ihre in den Berg gebaute Gedenkstätte zieht bis heute Pilger aus aller Welt an. Von hier bietet sich zudem ein atemberaubender Blick über Palermo und die Küste.
>> Panoramatour zum Monte Pellegrino und dem Santuario di Santa Rosalia im CruiserCar
Ein weiterer besonderer Ort ist Monreale, einige Kilometer landeinwärts. Die dortige Kathedrale gehört zu den beeindruckendsten Sakralbauten Italiens und zum UNESCO-Welterbe „Arabisch-normannisches Palermo und die Kathedralen von Cefalù und Monreale“
Sie wurde im 12. Jahrhundert erbaut und ist vor allem für ihre goldglänzenden Mosaike berühmt, die biblische Szenen auf über 6.000 Quadratmetern darstellen. Auch der Kreuzgang des Klosters ist ein Meisterwerk romanischer Kunst.
Karte der Kirche in Palermo
Zur besseren Übersicht habe ich auf dieser Karte die von mir aufgezählten, wichtigsten Kirchen in und um Palermo für Sie markiert.